HUMANISMUS IST NICHT VERHANDELBAR Unter Schafen Records und Grand Hotel van Cleef präsentieren mit "Seenotrettung ist kein Verbrechen" eine große Benefiz-Compilation, deren kompletter Erlös an den Sea Punks e.V. gespendet wird, damit das neu gekaufte Seenotrettungsschiff SEA PUNK ONE im September auf erste Mission im Mittelmeer aufbrechen kann. Der Sea Punks e.V. wurde im Herbst 2019 von den Brüdern Benjamin, Raphael und Gerson gegründet. Sie streben nach einer Gesellschaft, in der Flüchtende willkommen geheißen und unterstützt werden. Eine Gesellschaft, in der diese Menschen als Teil der Gemeinschaft und nicht als Problem wahrgenommen werden. Eine Gesellschaft, die nicht dabei zusieht, wie Menschen sterben, weil sie auf ihrem Fluchtweg ignoriert, abgewiesen oder zurückgedrängt werden. Mit dem neu gekauften Schiff SEA PUNK I sollen die Menschenleben von Geflüchteten im Mittelmeer gerettet werden. Damit das Schiff im September wie geplant auf erste Mission gehen kann, fehlt Geld. Viel Geld. Einen Teil der Finanzierung möchten die unabhängigen Plattenfirmen Unter Schafen Records aus Köln und Grand Hotel van Cleef aus Hamburg leisten. Gemeinsam haben die beiden traditionsreichen Indie-Labels einen großen Benefiz-Sampler kompiliert, der über 20 Künstler*innen und Bands versammelt, die ihre Songs allesamt kostenfrei zur Verfügung gestellt haben. "Wir haben nichts als Respekt und Liebe und Hochachtung für Menschen übrig, die ihre Zeit zur Verfügung stellen und ihr Leben aufs Spiel setzen, um andere Menschen zu retten. Danke, dass ihr euch traut und das tut, was wir nicht machen", so Timo Löwenstein (Unter Schafen) und Rainer G. Ott (Grand Hotel van Cleef). "Verschenkt diesen Sampler, streamt ihn und verschenkt ihn dann nochmal. Es ist so einfach zu helfen. Auf das es bald die Sea Punk 2, die Sea Grufti 3 und die Sea HipHop 4 gibt. Oder noch besser: Dass wir diese Schiffe alle nicht mehr brauchen."
...die Nordlichter könnten tatsächlich Das neue Gold in der deutschen Indie-Schatzkammer sein. Ihr Debütalbum Die Natur greift an klingt jedenfalls verdächtig nach längerer Karriere. Hamburger AbendblattDer Platz, der zwischen Element Of Crime und Tocotronic immer reichlich da war, wird endlich genutzt. DIE WELTwie ich mich sofort in den Sänger verliebt habe in der Ankerklause! Wahnsinnig gute Ausstrahlung. Politischer als die beiden letzten Goldenen Zitronen platten zusammen. Ist aber nur meine Meinung! THEES UHLMANN
8 Songs Aus 15 Jahren. Die größten Hits der Kölner Indie-Punks als exklusive Veröffentlichung zum Record Store Day, dazu rare und einige erstmals auf Vinyl veröffentlichte Stücke auf einer streng limitierten 10″ im liebevoll gestalteten Cover. Nummeriert auf 200 Stck. Signiert. Ingo Donot (Donots): „Alles kann, alles muss. Schnottige Texte, sympathische Mittelfingerei, clevere Melodien, Chöre, eine geschmackvolle Gästeliste und alles dabei dann so dermaßen knackig und eingängig, dass hier weder die D-Punker noch die Indie-Popper meckern können. Angelika Express regeln und bleiben – richtig – großartig und stabil!.“ Campino (Die Toten Hosen): „Ein tolles Album! Hohes Tempo, gewaltige Energie, schöne Melodien und jede Menge Texte zum Mitsingen. Nach dem Dom der zweite Grund, vielleicht auch einmal nach Köln zu fahren?“ Musikblog.de: „Soviel ‚Letzte Kraft Voraus‘, wie sie die Indie-Größen von Angelika Express hier zusammenkratzen, generieren viele Bands nicht einmal unter Volllast.
Am 12.04.23 veröffentlicht Unter Schafen Records das Best Of-Album ''Retrospective'' von Sharon Stoned als limit. 2LP-Version bei Unter Schafen Records. Die experimentelle Lo-Fi-Noise-Rock-Band Sharon Stoned wurde 1995 von Mark Kowarsch und Christopher Uhe direkt nach der Trennung ihrer Band Speed Niggs gegründet. Nach ihrem großartigen Debütalbum „License To Confuse“ und der Tape-EP auf dem Berliner Label City Slang unterschrieben Mark und Krite bei Sony Columbia und veröffentlichten das hochgelobte Doppelalbum „Sample & Hold“, das besondere Gastbeiträge von Künstlern wie Evan Dando enthielt (die Band unterstützte The Lemonheads während ihrer Car Button Cloth Europatour 1996), Lou Barlow, The Notwist, Tom Liwa, Furtips, Gitbox!, Tuesday Weld, Tocotronic und Mitglieder von HP Zinker und Die Goldenen Zitronen. On April 12, 2024 the collection “Retrospective” by SHARON STONED (compiled by Mark Kowarsch) will be released by Unter Schafen Records! A 20 track best of album (incl. 11 songs previously not available on vinyl before) with many great & illustrious guests such as: The Notwist, Evan Dando (The Lemonheads), Tom Liwa, Dirk von Lowtzow (Tocotronic) + Lou Barlow (Dinosaur Jr. Sebadoh, The Folk Implosion) on a Gatefold 2x140 gr. coloured black and white split double vinyl album.
Am 17.11. erscheint “Letzte Kraft voraus“ das neue, kämpferische Album der legendären Kölner Indie-Punks. 15 Songs über die Möglichkeiten von Rebellion. Inklusive: Herzblut, Verzweiflung, gute Laune. Fast ein Comeback: die Band die sich ein Jahrzehnt selbst managte, wurde vom arrivierten Label Unter Schafen gesignt, wo man begeistert die hitverdächtigen Album-Demos aufgespürt hatte. Bei aller Gassenhauerigkeit gehen die Angelikas im Katastrophenjahr 2017 ungewohnt ernste Wege, weg vom Hedonismus-Kult früher Jahre, hin zu soziopolitischer Dringlichkeit. Viele Texte drehen sich ums (Über-)Leben in einer marktkonformen Welt und die Kapriolen die der Einzelne in der Konkurrenzgesellschaft schlagen muss. Und dem grassierenden Nationalismus-Schwachsinn schleudern die Angelikas mit “Geboren in der BRD” eine unwiderstehliche Antihymne entgegen. Prominente Kollegen kamen für dieses starke Album ins Studio: Jörkk Mechenbier von LOVE A und Suzie Kerstgens von KLEE liefern wunderbare Duette mit Sänger Robert Drakogiannakis. Auch Frank Spilker von DIE STERNE schaute für ein Gesangs-Cameo vorbei.
Die zweite Staffel der The Early Days - Compilation spielt gerne mit den 90ern, schaut manchmal ein Stück zurück, blinzelt aber auch kurz in die 00er. Sie fasst den Moment in dem Rock, Pop und Dance verschmolzen, erzählt wie der Brit Pop entstand und kommt zum Abspann, als in Manchester die Lichter so langsam wieder ausgingen. Analog zur The Early Days - Partyreihe, die monatlich in Berlin, Hamburg, Köln, Chemnitz, Nürnberg und Essen stattfindet, setzt die Compilation auf eine szenerelevante Auswahl, die auch vor großen Namen keinen Halt macht und manchmal aufdeckt, wo Streaming an seine Grenzen stößt. The Early Days Vol. 2 gibt dir das Gefühl wirklich dabei gewesen zu sein, hält der Epoche den Spiegel vor und verzichtet auf Anachronismen. Manchmal schwermütig, oft unbändig, exzessiv, von Punk über New Wave zu Pop und Dance, all together now. Diese Nacht ist das Kapitel 1980-2010 im Geschichtsbuch zu Brit Pop, New Wave und Post Punk. Die Party zur Compilation wird erfolgreich von der renommierten King Kong Kicks Community veranstaltet. Und das in mehreren großen, deutschen Städten. Aufgelegt werden unvergessliche Gitarren-Hits. VORWORT von Bettina Koster (MALARIA) Berlin, New York, London, Paris, Bruessel Florenz, Schweden und Finnland - ausserhalb von Berlin war Malaria zu anfang in Deutschland nicht so gefragt. Also konzentrierten wir uns aufs Ausland. Es war eine sehr kleine Szene bezueglich der Musik, die uns gefiel, und man freundete sich schnell mit den relevanten Musikern an. Siouxsie and the Banshees luden uns ein, mit ihnen zu konzertieren, es gab viele Parties - Robert Smith von den Cure trank am liebsten Cointreau aus der Flasche und war immer reizend. In Washington waren wir dazu verdonnert mit einer Band zu spielen, der immer der Strom abgestellt wurde - uns gefiel das sehr - war uns ja auch schon einige male passiert. Das waren Australier, die in London wohnten und ueberall zu fuss hin laufen mussten, da die Bus Tickets zu teuer waren. Wir ueberredeten sie, nach Berlin zu ziehen - es war ja so schoen billig dort. So zogen The Birthday Party nach Berlin und wir stellten sie Blixa von den Einstuerzenden und den anderen coolen Berlinern vor. Mit Birthday Party und den Einstuerzenden spielten wir Konzerte - eins in London im Hammersmith und am naechsten Tag traten wir im Batcave Club auf - 300 Leute waren da und davon waren 250 Musiker, sozusagen alle Musiker Londons... Es gab diese Verbindung Berlin, London und New York. In New York spielten u.a. im Studio 54 mit Nina Hagen. Im Fernsehen wurde berichtet, dass 2000 Leute davor standen und versuchten, auch noch rein zu kommen - waere auch toll gewesen - Studio 54 war urspruenglich ein Theater und die hatten noch die Effekte des Frankenstein Theaterstuecks, welche waehrend unserer Show losgingen, absolut phantastisch! Auch in New York gab es super Parties, z.B. bei der japanischen Band The Plastics - die B52's und die Talking Heads waren auch da und wir hatten viel Spass, nur wollte David Byrne dann mein Saxophon ausprobieren und Manon hat sehr mit ihm geschimpft... Alles in Allem war es eine gloriose Zeit, Kommerz war voellig uninteressant, man machte sich trotz relativer Armut keinerlei Sorgen solange man fuenf Dollar dabei hatte, um die den Muggern zu geben, gab es ja sowieso NO FUTURE, BABY Mark Reeder, B-MOVIE - Lust & Sound in West Berlin 1979-1989 / MFS Berlin: Who could have imagined back then though, what sort of impact Joy Division would have upon the music world? The various genres of indie-music that have evolved since, have all directly or indirectly been influenced by Joy Division. Even decades later, young bands are quoting them as their inspiration, some of whom are even featured here on this compilation.
1987 gegründet, insgesamt acht Studioalben auf konstant höchstem Niveau sowie etliche Singles – das Gießener Quartett BOXHAMSTERS genießt Kultstatus und ist ein mächtiger Eckpfeiler des intelligenten und eigenständigen deutschsprachigen Punkrocks. Von namhaften Größen wie TOCOTRONIC bis hin zu Nachwuchsbands beziehen sich gestern wie heute zahlreiche Musiker auf diese Referenz. Sie sind das Bindeglied zwischen Bands wie EA80, Dackelblut und der Hamburger Schule und die deutsche Version von Bands wie Hüsker Dü und Sonic Youth. (…) „Die Sonic Youth des Deutschpunk“ „Musikexpress“ (…) „Das sind meine absoluten Supergötter. Ich habe nur wegen deren Sänger Co angefangen, deutsche Texte zu schreiben“ Thees Uhlmann (…) „Geschickt konstruiertes Punkrock-Album mit Mini-Dinosaur Jr.-Touch. Dieses Album kann man auch mit Mädchen hören. Quiet charming.“ Rockhard (…) „Der spätere Tomte-Sänger Thees Uhlmann führt ein nervös zittriges Interview für ein Fanzine in Friesland, Kettcar und … But-Alive-Sänger Marcus Wiebusch organisieren Konzerte in Hamburg, das ehemalige Tocotronic-Label Lado bekundet Interesse, Muff-Potter-Frontmann Nagel ist auf einmal auch in der Clique, mit den legendären Punkern von EA80 machen die Boxhamsters sowieso gemeinsame Sachen. Kurzum, die Geschichte deutscher Punk-affiner Musik ist untrennbar mit Boxhamsters verknüpft.“ (Hamburger Abendblatt)
Nachpressung in schwarzem Vinyl 140 gr.Inkl. CD Beilage, remastered. Wären Blackmail Amerikaner, würden sie Millionen Platten verkaufen, zusammen mit den Queens Of The Stone Age auf Tour gehen und sich die Billboard-Charts von ziemlich weit oben anschauen( ) Das ist mächtig. Zerbrechlich. Großes Kino. PLATTE DES MONATS. 10/12 Punkten (VISIONS 2003)( ) Wären Blackmail Amerikaner, würden sie Millionen Platten verkaufen, zusammen mit den Queens Of The Stone Age auf Tour gehen und sich die Billboard-Charts von ziemlich weit oben anschauen ein großer Song jagt den nächsten. 5/5 Punkten (Laut.de)( ) Friend or foe? tanzt auf vielen Hochzeiten. Der Star ist das Album. Elf Freunde müßt ihr sein. Friend or foe? Blackmail stellen die Vertrauensfrage, und es kann nur eine Antwort geben. Ein Album mit der Kraft der Naturgewalten. 8/10 Punkten (plattentests.de)( ) BLACKMAIL sind eine herausragende Indierock-Institution hierzulande, und dieses Album wird ihren Status gewiss untermauern. (OX)
Blackmail arbeiteten mit Tempo Tempo weiter an ihrem Ruf, die beste deutsche Gegenwartsrockband zu sein. Das dürfte mit diesem Manifest hier mühelos gelungen sein. Eine Platte wie ein Fest. Pop folgt keiner Logik und täte er es, hätte die Gruppe aus Koblenz mit diesem Werk durch die Decke schießen müssen - immer den Sternen entgegen. Ich höre ja meine eigene Musik total gerne , sagt Kurt Ebelhäuser lakonisch zwischen zwei Zügen an der Zigarette. Und wie er das so sagt, da weiß man gleich, er meint es auch so. Es ist für ihn völlig normal und selbstverständlich.Das hört man dann auch ganz besonders den 12 Songs des neuen Album Tempo Tempo an. Eine erfrischend unvorhersehbare, ja oftmals geradezu überraschende Auswahl an Songs, die unglaublich unaufgeregt einen Anspruch auf Originalität, Echtheit und Kunstfertigkeit stellen, den viele dieser, ja nicht mehr völlig neuen Band aus einem der deutschen Weinbaugebiete gar nicht mehr zugetraut hätten.Vielleicht ist es diese Art der Rezeption von Blackmail, die ihnen bis dato am meisten im Wege stand. Es war so oft davon die Rede, dass die Band nun ganz bestimmt ganz doll endgültig vor dem großen Durchbruch stehe, es wurde schon fast zu einem Dauermantra, das ihre Karriere all die Jahre lang begleitete. Dieses Ziel, der große Durchbruch, der ja dann doch nie kam, der nervte eigentlich die ganze Zeit nur. Ewig diese Ambitionen, die der Band von Plattenfirmen und Managements in den Mund gelegt wurde, während die Gruppe selbst klammheimlich immer besser und besser wurde. Und so hört sich Tempo Tempo eigentlich genau danach an: Ein Befreiungsschlag von all diesem Quatsch. Keiner hat den Jungs was eingeflüstert, keiner hat von Luftschlössern und Karriere Utopien geredet und stattdessen haben Blackmail ihre eh schon hohen Qualitätsansprüche nochmals eine Marke höher gelegt. Wir hatten uns immer selber diesen blöden Druck auferlegt. Alle Platten sind immer unter Druck entstanden. Das war uns diesmal alles scheißegal. , bestätigt die Band. So hört man Blackmail auf dieser Platte geradezu entfesselt, ja wie befreit aufspielen. Die markigen Rocksongs drehen sich gerne mal um die eigene Achse, versplittern unterwegs in verschiedene Richtungen um sich hinten raus wieder zu finden. Arrangeurskunst auf allerhöchstem Niveau. Blackmail erschaffen mit Tempo Tempo eine perfekte Symbiose aus 12 vielseitigen und oft überraschenden Songs, angeführt durch die starken und teils komplexen Melodien von Sänger Aydo Abay. Er und seine hochklassigen Mitstreiter geben sich nicht zufrieden mit dem normalen Refrain, da muss noch was anderes hin . Das Ergebnis ist schon fast Artrock, jedoch durchaus der unverfroren bollernden Art und Weise, die in dieser Form durchaus einzigartig ist. Man möchte fast meinen Blackmail nähern sich musikalisch ihrer Labelheimat an. Herrlich ist das, ihnen dabei zuzuhören. Wir hatten mit der Vorproduktion angefangen und so sieben oder acht Songs fertig, da fiel mir auf, dass die alle, aber auch wirklich alle in dem komplett gleichen lahmen Tempo daher kamen. Ich glaube da kam die Idee zu dem Album Titel. Außerdem ist Tempo ein schönes Wort. Im Spanischen wie im Deutschen. , erläutert der Halbspanier Ebelhäuser. Letztlich sind aber doch nur zwei von den Songs übrig geblieben. Blackmail arbeiten mit Tempo Tempo weiter an ihrem Ruf, die beste deutsche Gegenwartsrockband zu sein. Das dürfte mit diesem Manifest hier mühelos gelingen. Eine Platte wie ein Fest. Wir dürfen uns schon jetzt auf die Live Umsetzung freuen. Es wird gewaltig werden!Am 28. März 2008 erschien das Album Tempo, Tempo, welches von Kurt Ebelhäuser selbst im eigenen Studio Tonstudio 45 produziert wurde. Es erschien auf dem Label City Slang.
Erst eineinhalb Jahre ist es her, dass Neufundland mit ihrem Debütalbum Wir werden niemals fertig sein mehr als einen Achtungserfolg verbuchen konnten. Nun veröffentlichen die fleißigen Kölner bereits im Mai das zweite Album mit dem schlichten Namen Scham. Schambehaftet, zurückhaltend oder brav klingt die Zweitveröffentlichung mit ihren krachenden Gitarren und parolenartigen Gesängen allerdings überhaupt nicht. Scham nutzen die Texter und Sänger Fabian Langer und Fabian Mohn vielmehr als leitmotivischen Bezugspunkt für ihre Texte.So reflektiert die erste Singleauskopplung «Männlich, blass, hetero» die eigenen männlichen Privilegien und thematisiert Toxic Masculinity. «Viva la Korrosion» ist ein düsterer, ironischer Abgesang einer bigotten Gesellschaft, die an ihren Widersprüchen zu zerbrechen droht.Wer die komplexe Gitarrenarbeit auf «Scham» hört, denkt an Bands wie Queens of the Stone Age, Foals oder DIIV. Vintage Drums und Motown Bässe komplementieren die komplexe Klangarchitektur einer Band, die sich von einem Geheimtipp zu einer fest etablierten Größe der Independent Musikszene gemausert hat.Erst eineinhalb Jahre ist es her, dass Neufundland mit ihrem Debütalbum «Wir werden niemals fertig sein» in der deutschen Musikszene große Sympathien ernten und mehr als einen Achtungserfolg verbuchen konnten. Nun veröffentlichen die fleißigen Kölner bereits im Mai das zweite Album mit dem schlichten Namen «Scham».Schambehaftet, zurückhaltend oder brav klingt die Zweitveröffentlichung mit ihren krachenden Gitarren und parolenartigen Gesängen allerdings überhaupt nicht. «Scham» nutzen die Texter und Sänger Fabian Langer und Fabian Mohn vielmehr als leitmotivischen Bezugspunkt für ihre Texte.So reflektiert die erste Singleauskopplung «Männlich, blass, hetero» die eigenen männlichen Privilegien und thematisiert Toxic Masculinity. «Viva la Korrosion» ist ein düsterer, ironischer Abgesang einer bigotten Gesellschaft, die an ihren Widersprüchen zu zerbrechen droht.Auch wenn ein Song wie «Hochwassertouristen» durchaus grundsätzliche Kritik an den Lebensgewohnheiten der sogenannten «Generation Y» übt oder «Eine Nagelbombe später» vom institutionalisiertem Rassismus und den Verbrechen des NSU erzählt, lassen die beiden Fabiane dabei den mahnenden Zeigefinger zum Glück in der Hosentasche. Es geht Neufundland nicht um Besserwisserei, sondern um die Wiederentdeckung tiefschürfender, subversiver Themen des Pop. Wenn der Max-Giesingerische Wohlfühlpop das Wandern ausgetretener Pfade abfeiert, versteht sich «Scham» als angriffslustiger Gegenentwurf, als ausgefeilte Provokation. Eine hochstilisierte Gitarrenrockplatte - nie machohaft-breitbeinig, sondern immer verspielt und leidenschaftlich.Zusammen mit dem Produzenten Tilmann Ostendarp, seines Zeichens Drummer der schweizer Band Faber, hat Sänger Fabian Langer den voluminösen Neufundland-Sound weiterentwickelt und zu eleganter Rockmusik ausgeformt.Langer, der sich gerade als Co-Produzent für die Kölner Kollegen Annenmaykantereit einen Namen gemacht hat, war ein internationaler Sound besonders wichtig: Wer die komplexe Gitarrenarbeit auf «Scham» hört, denkt an Bands wie Queens of the Stone Age, Foals oder DIIV. Vintage Drums und Motown Bässe komplementieren die komplexe Klangarchitektur einer Band, die sich von einem Geheimtipp zu einer fest etablierten Größe der Indiependent Musikszene gemausert hat. Hier präsentiert sich eine Band, die die Messlatte für zeitgenössische Sprache und Pop höher legt. Mondän, selbstbewusst und infektiös für die Ohren.
Über die Hälfte der mittlerweile aufgelösten Band Hey Ruin gründeten Flittern Anfang 2020. Die vier Musiker legen auch direkt los - ihr Debüt ist zwar immer noch Punk, aber eher auf der Post-Seite des Genres im Stile von Love A oder Turbostaat. Selbst für Poppunk mit Synthesizern, Autotune und tanzbaren Indie mit Streichern sind sie sich nicht zu schade. Produziert hat diese trotz Vielseitigkeit sehr stringente Platte Florian Nowak (u.a. Itchy, Jennifer Rostock, Montreal). Textlich dreht sich viel um die Gefühle und Sorgen der Generation Ende 20. Songs im Schnittbereich von 90er Punkrock und modernem Pop, die in den Spotify-Playlists von posterbehangenen Jugendzimmern ebenso gut funktionieren wie in der alphabetisch sortierten Plattensammlung von nostalgischen Mitvierzigern.
( ) Bliss, Please ist ein solcher Wahnsinn von einem Album, dass mir eben nichts anderes einfällt als: Oh Mann! Blackmails Bliss, Please ist das White Album des neuen Jahrtausends. Und damit schon genug mit den Vergleichen, denn die hat diese Platte absolut nicht nötig. Blackmail sind längst ihre eigene Kategorie. Den Fuß irgendwo im Noiserock, den Kopf im Pophimmel und mittlerweile durch absolut nichts mehr zu stoppen. 10,5/12 Punkten (VISIONS 2001)( ) Rasiermesserscharfe Songs, denen sich keiner entziehen kann. Blackmail mit ihrem dritten Werk auf den Olymp des Musikhimmels zu hieven wäre nicht korrekt, sie bewohnen nämlich schon quasi den Aussichtsturm dort oben! 5/5 Punkten (Laut.de)( ) Vibraphone, Trompeten und Streicher verwandeln die erdige Soundbasis in einen faszinierenden, intensiven Abenteuerurlaub fernab klinischer Maschinensounds und aalglatter Trallala-Melodien. BLACKMAIL haben Charakter und Seele, und welch größeres Kompliment kann man Musikern schon machen? 8/10 Punkten (Rock Hard)( ) Die Augen halb geschlossen wiegt man sich in den Sounds und vergißt dabei Raum und Zeit. Eindrücke lösen sich in Wohlgefallen auf. Wer jetzt nicht abhebt, um endgültig mit den Fliegen davon zu schwirren, ist selber schuld. Bliss, please ist keine Bitte, sondern ein Befehl an Herz und Hirn: Wohlgefühl jetzt! 9/10 Punkten (plattentests.de)
Nie zuvor klang die Köln-Berlin-Connection NEUFUNDLAND schnörkelloser und angriffslustiger als auf ihrem dritten Album GRIND. GRIND - Das bedeutet einerseits zermahlen, zerbröseln, aber gleichzeitig auch schuften, und machen als gäb' es kein Morgen. Es gibt wenig Worte, die besser beschreiben, wie sich die vergangenen zwei Jahre angefühlt haben, gerade als Teil der Musik- und Kreativindustrie. Die Pandemie war sowohl auf einer gesellschaftspolitischen Ebene für Musiker*innen eine Zeit der Zermahlung und der hohen Belastung. Auch die Belastung auf persönlich-emotionaler Eben war extrem. Die Mitglieder vonNEUFUNDLAND, die neben ihrer Arbeit als Musiker auch in kreativen Berufen ihr Geld verdienen, waren gleich mehrfach von diesen Umwerfungen betroffen. Ein Umstand, der in den neuen, oftwütenden, manchmal resignierten, aber selten hoffnungslosen Songs von GRIND hörbar wird. Wir verstehen die Platte in gewisser Hinsicht als Kommentar, es soll nicht als Konzeptalbum wahrgenommen werden, so die Band. Auch wenn es eine politische Komponente auf dem Album gibt, ist dieses Album trotz aller Umstände vielleicht doch das bisher persönlichste, das wir gemacht haben. Es handelt von Trennungen, Zweifeln, Einsamkeit, und der zunehmenden Entkopplung vom Leben.Auch musikalisch stellt GRIND eine gewisse Wende dar: Nach dem Ausstieg von Matthias Lüken aus der Band, der vor allem für Synthesizer und Klavier verantwortlich war, fandenNEUFUNDLAND zu einer neuen Geradlinigkeit, die die E-Gitarre mehr denn je in den Fokus stellte: Diese Einfachheit gefällt uns sehr gut. Wir haben sehr darauf geachtet, als Quartett zu funktionieren. Wir waren immer eine verkopfte Band, und wir wollten eine Vereinfachung.zwischen DIIV, Fontaines D.C. und der Hamburger Schule haben die übrig gebliebenen Mitglieder Fabian Langer, Fabian Mohn, Robin Lussu und Niklas Stade so einen verschlankten, mitreißendenSound für GRIND gefunden. In Form gebracht haben ihn die Produzenten David Maria Trapp, der als Livemischer der Band auch für die Aufnahmen verantwortlich war, sowie Joe Joaquin im Mix.Booking: Landstreicher: Kraftklub, Casper, Annenmaykantereit, FaberPromo: Fleet Union (Beatsteaks, Madsen, Donots, Kettcar, Thees Uhlmann)
Der Mann, der hinter der Berliner Band Gewalt steht, hat bereits eine langeKarriere im Rock-Geschäft hinter sich. Patrick Wagner gründete in den1990er-Jahren das Label Kitty-Yo, das unter anderem Peaches und ChillyGonzales hierzulande bekannt machte und er war der Kopf der BandSurrogat.Die neueste Veröffentlichung erscheint auf dem passionierten Label UnterSchafen Records und enthält u.a. Remixe von Drangsal der im Mai mitseinem Album auf Platz 12 chartete, sowie von der Kölner ElektroInstitution Mathias Schaffhäuser. Gemixt wurde das Album vonOlaf Opal (The Notwist, Slut, Naked Lunch).
Ingo Drescher und Carlos Ebelhäuser, die sich nun in The Damned Dont Cry auf spannendste Weise künstlerisch begegnen, kennen sich schon sehr lange. Sie haben über all die Jahre immer wieder eine Konzertbühne mit ihren Bands Blackmail & Cuba Missouri geteilt. Der Start für ihr gemeinsames Projekt war ein Experiment, entstanden aus der durch den Lockdown notwendig gewordenen künstlerischen Isolation der beiden Musiker. Beide verfügten über eine erkleckliche Anzahl von Songskizzen! Das Resultat: Ihr Debütalbum Scaryland, das am 24. Juni via Unter Schafen Records erscheinen wird.Bei der finalen Ausgestaltung konnten sie auf die Unterstützung von Studiocrack und Produktions-Genie Kurt Ebelhäuser bauen, der als Gitarrist und Co-Songwriter ebenfalls aktiv an dem Debüt von The Damned Dont Cry beteiligt war und das mittlerweile zum Trio herangewachsene Duo komplettiert.Die klug komponierten, niemals einem Schema F folgenden und dennoch absolut eingängigen Songs auf Scaryland verschicken den Hörer mit ihrem ästhetischen Facettenreichtum, nehmen ihn mit auf eine Reise durch angedeutete Zitate von den späten Beatles über den Progrock der 70er, den Wave der 80er, den Alternative Rock der 90er und das stilistisch offene Grenzüberschreiten zwischen Pop, Lärm und unverhohlener Schönheit, das man in der Gitarrenmusik des neuen Jahrtausends findet. Man darf gespannt sein.
Das Indierock-Biest ist gewachsen. Von außen. Und von innen. Aus ABAY ist ein Quartett geworden. Seit 2012 tauchen Aydo Abay (Gesang) und Jonas Pfetzing (Gitarre) in verschiedenen Konstellationen unter dem Namen Abay auf. Nun machen Johannes Juschzak an den Drums und Denniz Enyan am Bass aus dem Duo eine Viermannband. Irgendwie logisch, dass damit auch die Musik wächst. Der Beweis? Das kommende Album »Love And Distortion«! 10 ausgetüftelte Kompositionen, die an den richtigen Stellen krachend ausbrechen und an anderen die Luft anhalten. Um dann wieder auszubrechen. Wuchtige Parts voller verzerrter Dissonanzen treffen auf zuckersüße Harmonien, kantige Indie-Parts und softe Pophappen. Love löst Distortion ab. Es ist ein bisschen wie im echten Leben. Schuld an all dem ist unter anderem ein Kiosk in Berlin. Hier traf Aydo Abay, ehemaliger Kopf von Blackmail, eines Nachts auf Jonas Pfetzing. Der Gitarrist und Songschreiber von Juli ist seit seiner Jugend großer Fan von Blackmail. Aus diesem nächtlichen Treffen entwickelten sich 2012 ABAY. 2015 veröffentlichte das Duo die EP »Blank Sheets«, ein Jahr später das Debüt »Everything’s Amazing And Nobody Is Happy«. Für Aufnahmen und Live-Auftritte holten ABAY Gastmusiker an Bord. Zwei davon sind einfach geblieben. Der Spaß an Gastmusikern aber hat sich bewährt. Auf »Love And Distortion« sind gleich drei vertreten: Chris Stiller, der als Teil der DNSRS die Platte nicht nur mitproduziert, sondern auch alle Tasteninstrumente eingespielt hat. Christoph Clösers, der Saxofonist von Bohren & der Club Of Gore, der dem Song »Lemonade« mit seinem infernalischen Solo eine ganz eigene Note verpasst hat – eine Ehre für Abay, die allesamt große Fans der »langsamsten Band der Welt« sind. Außerdem hat Eva Briegel Backing-Vocals zur Platte beigesteuert. Sie ist eine langjährige Freundin der Band und sang schon auf dem letzten Album beim Song »1997« im Background. Produziert wurde »Love And Distortion« innerhalb von drei Sessions, die von Februar 2017 bis Februar 2018 im Mothership Recorder in Berlin stattfanden. Dann reisten die Songs durch halb Deutschland ins Ruhrgebiet zur Produzentenlegende Olaf O.P.A.L. und bekamen hier ihren letzten Schliff. Das Album ist leider nicht nur von Liebe und Zerstörung geprägt, sondern auch von zwei Todesfällen: Den Song »Rhapsody In Red« hat die Band für den 60. Geburtstag des Goethe Instituts Ankara aufgenommen. Der Leiter des Instituts Raimund Wördemann hatte das Stück in Auftrag gegeben, war aber kurz vor der Fertigstellung verstorben, bekam es also leider nie zu hören. ABAY flogen dennoch nach Ankara und spielten den Song ihm zu Ehren dort das erste Mal live. Einen weiteren Song widmete die Band dem Produzenten Guido Lucas, der im September 2017 plötzlich verstorben ist. Guido hat nicht nur die Karriere von Sänger Aydo Abay maßgeblich gefördert, sondern auch sein Verständnis für und von Musik beeinflusst. Die Ballade »Love« ist für Guido.
Brit-Pop ist tot ! Es lebe der Brit-Pop/Rock !! Es gibt viele gute englische Bands, wenn aber eine junge Band aus London mal eben soviel Hits schreibt wie THE JAM und gleichzeitig so sympatisch und ungestüm klingen wie MAXIMO PARK auf Ihrem Debut-Album sollte man einer solchen Band schon mehr Aufmerksamkeit schenken ! Wir lieben es, wenn Pop dramatisch ist, don`t we? Und wenn diese Dramatik ansteigt, live so richtig laut wird und in einen schönen, treibenden Indierock verfällt, ist das Ding sowieso geritzt. The More Assured vom Trafalger Square in London spielen diese Musik, die gerade so viel Spaß macht: Akustik- und E-Gitarren wechseln sich ab, kämpfen manchmal um die Wette und kreieren Melodien, die, je nach Leistungsstärke der Boxen, ein bisschen Melancholie versprühen oder jeden Indieclub zum tanzen bringen können. Ein echtes Power-Pop Abenteuer !The more Assured sind ansteckend, positiv und sehr tanzbar. Unter Schafen & Quatermania veröffentlicht Ihr Album - da wir der Meinung sind selten soviele Hits auf einem Werk wie diesem gehört zu haben !
Die este Single aus dem Seeds-Album ist endlich im Kasten! Ihr bereits viertes Album wird Second Sight heißen und in Deutschland am 24.10.2014 erscheinen. Das Album wurde in Montreal, Quebec mit Marcus Paquin (Arcade Fire, Stars, The National) produziert. Musikalisch sind sie so vielseitig wie nie & legen mit Second Sight Ihr stärkstes & ausgereiftestes Album vor. Zwischen Vampire Weekend-Melodien, vertrautem Folk, verspultem Pop & hinreißenden Indie-Rock zelebrieren sie ein kleines Meisterwerk. Im Mittelpunkt steht oftmals der charismatische Sänger der Band, Tim Baker. Er spielt abwechselnd Piano und Gitarre und singt mit einer Inbrunst, dass man glaubt, es zerreisst ihn bald innerlich. Hey Rosetta!'s letzten zwei Alben (Into Your Lungs and Seeds) waren nominiert für den Polaris Music Prize. 2012 erhielt die Band die JUNO Nomination zur zur besten neuen Band des Jahres. Das Vorgänger-Album ist in Kanada auf Platz 7 gechartet! Im Winter 2014/2015 gehen die sympathischen Kanadier mit STARS auf US & Kanada-Tour. Im Januar werden sie uns mit einer ausgedehnten Club-Tour in Deutschland beglücken!
Shimmering Stars is a three-piece dream pop act from Vancouver, BC, Canada. Shimmering Stars' music embodies an attempt at drawing out and illuminating the subtle darkness inherent in the seemingly wholesome, innocent music of the 1950s and 60s. The result filters older influences like the Everly Brothers, Del Shannon, Beach Boys, Phil Spector, Bo Diddley & of course The Drums through a contemporary indie lens. Songs about being in love, not being in love, the painfully modern condition of floating in a state of suspended adolescence - all tinted with the slight self-deprication of knowing how trite it is to be writing songs about these things at all. Shimmering Stars create reverb-soaked pop songs, full of arching harmonies, pulsing rhythms, and exquisite melodies, often with dark undertones, all while adhering to the timeless structural qualities of the seminal songs that inspired them. The songs are haunting and sublime - at times blissful, and at others heart breaking. The band began as a recording project in Spring 2010. After stumbling upon some old live footage of the Everly Brothers, Rory McClure holed up in his parent's garage in Kamloops, British Columbia to record the first demos. That first recording environment rendered Shimmering Stars' distinctly dusty atmospheric sound and established a conscious insertion into the garage music continuum.
Mexicos´ finest in Sachen Latin-Ska, Panteón Rococó, haben ein neues Album herausgebracht: Ni Carne Ni Pescado - weder Fleisch noch Fisch - es ist eine Zusammenstellung von Coverversionen und neuen, unveröffentlichten Songs. Gecovert werden hier zum einen die grossen Tijuana No! (Renace en la Montaña), The Specials (Gangsters), sowie Ritmo Peligro (Déjala tranquila). Gäste auf diesem Album sind zB Celso Piña, Kinky, DLD, Pato Machete, Los Hermanos Caballero, El Clan und Bulldog. Unterm Strich sind Panteón Rococó hier dank einiger guten, schnellen Ska-Songs wieder etwas frischer geworden (im schon 17. Jahr ihres Bestehens!),
Astairre bezeichnen sich selbst als emotionales Energiebündel mit Hang zum Weltschmerz. Das kann man eigentlich kommentarlos so stehen lassen, weil es den Charakter der Band perfekt beschreibt.Ihre erste EP Wir gehen unter - kommst du mit? ist immerhin bereits 2007 erschienen und traf damals mitten ins Herz: Diese junge Band schaffte es scheinbar spielerisch, die Energie des Punk, und die versierte Härte von Post-Hardcore mit großen Pop-Momenten zu garnieren. Das Ganze zudem mit deutschen Texten, die weder peinlich simpel, noch verkopft abgehoben waren. Viel passierte in der Zwischenzeit, und 2016 kommt die Band nun endlich zurück mit neuer EP und neuem Album am Horizont. Alle ihre Qualitäten haben sie sich behalten.Astairre sind eine reflektierte Band. Da dauert manches eben auch mal etwas länger bis man damit zufrieden ist. So lange wir noch funktionieren beweist, dass sich der Einsatz und ihre Beharrlichkeit gelohnt haben.
Die Mitglieder von EXAKT NEUTRAL waren und sind unter anderem auch in Bands wie KMPFSPRT (Peoplelikeyou), Bazooka Zirkus (Kidnap Music) aktiv. März 2020, die Klubs und die Bars schließen. Die Konzerte sind vorbei, ganz vorbei und es wird still. Vier Kölner*innen sitzen jeden Tag an ihren Musikmaschinen und versuchen dieses Gefühl der Verbindung einzufangen, schicken sich ihre Demos einander zu, jeder will den anderen überraschen, übertrumpfen...das sorgt für Reibung, für Berührung! - der social distance zum Trotz. Exakt Neutral präsentieren uns in ihrem Debüt 13 Songs, 13 wunde Punkte, in die wir einzeln anstatt eines Fingers, unser Ohr hineinlegen dürfen. Das sind 13 Begleiterscheinungen vom Menschsein, also das, was uns alle verbindet. DENN DU WILLST UNVERWUNDBAR SEINWir lauschen den Geschichten der Geschwister Michael und Ricarda über Kindheiten, aus denen die meisten wunden Punkte schließlich stammen. Obwohl man da bereits eifrig Strategien zu entwickeln versucht, um sich unangreifbar zu machen. Zum Beispiel, indem man sich hinter einer Gasmaske versteckt: Die ganze Welt, sie hat mir Angst gemacht. Was auch geschah, verlor seine Gefahr, wenn ich durch das Plexiglas sah. DAS GEFÜHL ES GEHT VERLOREN STÜCK FÜR STÜCKUnd kaum ist man erwachsen, verklärt man auch schon Kindheit und Jugend und man hat eigentlich nur noch Angst, dass man sich bald nicht mehr richtig erinnert. Die schlimmste aller Wunden reißt die Zeit: Wir werden einfach alt - was für ein Affront gegen unsere Eitelkeit! Aber wir sind ja Verdrängungskünstler*innen und der Bruder singt: In meinem Garten, 3 Ellen tief, da liegen sie begraben, doch das ahnt keiner. So habe es ihm seine Mutter geraten. Und wie das in Familien(bands) so ist, was der Bruder gut verschüttet hat, buddelt die Schwester einfach wieder aus: Ich grab dich aus und heb die Flüche auf.LÄUFT ER IMMER WEITER, IMMER IMMER WEITERUnd mit unserer Punktesammlung wandeln wir als Minenfelder durch das Leben und lösen aneinander Komplexepisoden aus. Und das mit einem ziemlich schizophrenen Verhältnis zur Geschwindigkeit, die sich bei Laufrad auf unsere Herzen überträgt: Wir tun erfolgreich so, als lebten wir ewig und haben es dabei trotzdem so verdammt eilig. Dabei sollte es doch gar nicht mehr viel zu tun geben, weil doch Alexa uns die ganze Arbeit abnimmt. Doch diese Rechnung geht nicht auf und im Duett der Geschwister heißt es: KOMM, ALEXA, KOMM ERSCHIEßE MICH. Hier wird keine Realität verleugnet oder geschönt, vielmehr aufgefordert dazu zu tanzen. Songs, die in einer anderen Zeit geschrieben sein könnten, aber doch nicht so klingen. 80s Synthies werden zur Endzeit-Disco im Hier und Jetzt und irgendwie ist da immer auch ein herrliches, knochiges Stück Punk.Die Musik kann in den Arm nehmen und beruhigend an der Schulter berühren, gleichzeitig aber auch schubsen, schütteln und sogar treten. Ungeschminkt, leidenschaftlich.Apropos ungeschminkt: Exakt neutral spielen ironisch mit ihrer Eitelkeit: Zeigen nur Bilder, die ihr Alter nicht preisgeben, zeigen dort alle Emotionen von 0-1, um ihre wunden Punkte scheinbar unter Verschluss zu halten, nur um spätestens auf der Bühne daran hoffnungslos zu scheitern, exakt neutral zu bleiben. Und stattdessen die peinliche Spottdrossel in sich und in uns einfach singen zu lassen.Die Mitglieder von EXAKT NEUTRAL waren und sind unter anderem auch in Bands wie KMPFSPRT (Peoplelikeyou), Bazooka Zirkus (Kidnap Music) aktiv. Band: Ricarda Giefer (Voc.), Michael Giefer (Voc.) Jan Grooven (Drums) Christoph Korb (Bass).
Was passiert, wenn fünf Musiker mit unterschiedlichem musikalischen Hintergrund im Proberaum aufeinanderprallen und an ihren Instrumenten plötzlich feststellen, dass ihr gemeinsamer Nenner die 80er Jahre sind? Da braucht es keine Worte: InDecision Ein wavig, elektronisches Fundament als Basis, eine reduzierte und gleichzeitig treibende Art des Schlagzeugspielens, knarzig tiefe Bässe und dezent eingesetzte Höhen, die auch mal ausbrechen dürfen. So oder so ähnlich kann man die einzelnen Komponenten der Musik von InDecision zusammenfassen. Sänger Andreas erzählt uns währenddessen mit klangvoller, mitreißender Stimme Geschichten über Selbst- und Nächstenliebe, der Sehnsucht nach Verdrängung und Betäubung und den Tod. Doch nicht ohne uns am Ende ohne Hoffnung auf Heilung zurückzulassen. Dabei beweist er durchgängig sein eindrucksvolles Gespür für Gesangsmelodien. Es fällt nicht leicht, den Sound von InDecision einer vordefinierten Schublade zuzuordnen - dafür sind die Werdegänge der einzelnen Bandmitglieder auch zu unterschiedlich. Geprägt von Wave, Punk, Noise, Kraut und Indie formen die fünf Karlsruher daraus einen homogenen Gesamtsound, der mal an die 80er Jahre, mal an düsteren Independent erinnert. InDecision laden zum Rendezvous mit dem Schattenreich.