Inhalt der Box:- Das Album "Junkies und Scientologen" als Doppel-LP/CD- Das Bonus Album "Gold" (8 unveröffentlichte deutschsprachige Coverversionen) als LP/CD - Downloadcode zu allen Songs- Thees Uhlmann Soundbox mit 16 verschiedenen Audiosnippets- Thees Uhlmann Plastiskop Bildbetrachter- Handsignierter FotoprintInsgesamt 5 Tonträger
„Junkies und Scientologen“ baut noch mal richtig an.Die Bonus-Veröffentlichung „Gold“. Acht Stücke,acht außergewöhnliche deutschsprachige Coverversionen. Uhlmannund seine neu formierte Band interpretieren Lieblingsmusik -oder wie es beim Künstler selbst heißt: „Einen guten Songkriegt man nicht kaputt, nicht mal wir.“Doch bei aller Koketterie, es wird bei diesem Projektwahnsinnig schnell deutlich, hier ist kein Abrissunternehmenam Werk - im Gegenteil. Es geht vielmehr darum, Stücken, dieeinem wirklich etwas bedeuten, mit einer eigenen musikalischenInterpretation die Ehre zu erweisen.Am Anfang dieser Idee stand ein Track der Hamburger Trap-Rapperin Haiyti: „Gold“, das auch titelgebend fürs Albumwurde.Ein Haiyti-Stück auf seine Tragfähigkeit im Rockband-Outfitaustesten... Nun, fällt einem bei Trap-Sound, bei diesen uboot-mäßigen Beats und Autotune wirklich als Erstes ein:„Geil, lass mal Gitarre aus der Scheune holen, ich glaub, daskann man gut nachspielen“?Eher nicht. Bloß wenn man dann die ersten Zeilen hört, wennman hört, „Was soll ich mit allem Gold der Welt? / Ich willnur’n bisschen Zeit mit dir“, macht alles total Sinn. Manspürt, welche emotionale Nähe zum Beispiel zu alten Tomte-Texten besteht. Wen interessieren bitte Genre-Grenzen, wenn esinhaltlich so dermaßen klickt?So überführt Thees Uhlmann auf dieser Platte dieunterschiedlichsten Stile in einen höchst variablen Band-Sound. Dabei stutzt man garantiert mehr als einmal: Ach, unddas ist jetzt wirklich nicht von ihm selbst? Nein, allesCoverversion, wir schwören. Die Stücke, die dabei so gut insUhlmannversum passen, stammen von 2raumwohnung, Östro 430,Sophie Hunger, Klotz + Dabeler, Nena, die Braut haut ins Auge,Judith Holofernes.Hand aufs Herz: Wären in dieser Auflistung gerade die üblichenTypen-Only-Bands aus dem ewigen Typen—Only-Kanonvorbeigerattert, es hätte einen null verwundert, #abnicken.Jetzt aber bleibt man hängen.Warum eigentlich? Ok, „Gold“ featured einfach acht weiblicheActs. Gewöhnt euch halt dran! Man sollte sich doch viel eherwundern, wenn Frauen in der Musik mal wieder überhaupt keinbesonderer Wert zugestanden wird. Diese acht Coverversionenhaben dabei nichts Gönnerhaftes, nichts Breitbeiniges an sich,nein, sie entstanden aus einem tiefen Bedürfnis heraus.Denn nicht nur in dem Stück „Ich bin der Fahrer, der dieFrauen nach HipHop-Videodrehs nach Hause fährt“ auf dem neuenAlbum setzt sich Uhlmann mit dem Thema der Ungleichheit imMusikgeschäft und darüber hinaus auseinander.„Gold“ versteht sich allerdings nicht als Debattenbeitrag denneinfach als Selbstverständlichkeit. Vor allen Dingen aber istes eine Reihung von acht tollen Stücken. Und wen diese „KeineGEMA für Typen“-Idee der Platte von der Musik ablenkt, derhat’s echt noch nicht kapiert.Alle anderen hören bei jedem einzelnen Stück garantiert denSpaß an der Sache raus. Songs kommen zu verdienten Ehren, mantaucht ein in die Charts mit Nena oder 2raumwohnung genausowie in den Düsseldorfer Wave-Punk-Underground der Achtzigermit Östro 430 - und verdrückt eine Träne, wenn das wundervolle„Tausendschön“ an die zu früh verstorbene Almut Klotzerinnert.Die ein oder andere dieser Coverversionen wird man sicher auchmal live auf der anstehenden Tour zu hören bekommen.Mehr Bonus war nie.Text: Linus Volkmann
Exklusive Reissue auf orangenem Vinyl!- Die 25 Jahre-Deluxe-Jubiläums-Edition erscheint auf LP am 28.4. Die LP ist seit 17 Jahren vergriffen und jetzt wieder erhältlich- Die 25 Jahre-Jubiläums-Edition ist limitiert- Die LP erscheint auf farbigem Vinyl (orange) und ist 180 Gramm schwer- Der LP beigelegt ist ein aufwendig gestaltetes großformatiges, 16seitiges Booklet mit Linernotes von Thees Uhlmann inclusive unveröffentlichter, alten Fotos aus der Gründungszeit der Band. Die Linernotes beantworten ein für alle mal sämtlich Fragen wie es damals wirklich war mit dem Release des Debüts und den ersten Schritten der Band 1998- ein kurzer Auszug aus den Linernotes:"...„Wenn Ihr einen Auftritt in Hamburg organisiert, bin ich mit dabei!“ sagte Bodo, als wir ihn fragten, ob er bei TOMTE mitspielen will. Peter war gerade ausgestiegen, die „Bloody Guts“ hatten sich aufgelöst und Bodo war auf dem Markt.Ich hatte damals meine kleinen Fühler nach etwas ausgestreckt, das westlicher als Cuxhaven, östlicher als Buxtehude und südlicher von Zeven war. Nördlich war eh die Elbe. Da drüber war nichts.Mit Bodo war ich auf dem Skate- and Create-Festival in Bremervörde. „Skate“, „Create“ und „Festival“. Diese drei Wörter sind schon ganz schön wilde Wörter der englischen Sprache, aber dass die Wörter „Skate“, „Create“ und „Festival“ auch noch in Bremervörde stattfinden sollten, war für uns der absolute Wahnsinn. Wir tranken Bier und schliefen in Timos Fiesta. Einfach so. Die linksradikale Band MIOZÄN spielte auch und ich traf den Sänger nach dem Konzert.Und er so: „Du bist doch Thees Uhlmann, oder?“und ich so: „Ach, Du! Ja!“Er so: „Wir hatten doch mal Adressen ausgetauscht. Die Bullen haben mich neulich gefilzt und mein Portemonnaie durchgeschaut, deine Adresse gefunden und notiert. Nur, dass Du das weißt!“Junge, seltener war ich so stolz. Jemand erkannte mich, weil ich ich war und die Polizei hatte meine Adresse aus Hemmoor...."
Irgendwann, schon vor langer Zeit, hat Thees Uhlmann sich entschieden. Entschieden, für das Ganze und gegen das Halbe und dafür niemals zu zaudern. Sondern aufzuräumen. Mit sich, mit der Welt, mit seinem Umfeld, mit Deutschland, mit allen und mit allem Drumherum. Doch mehr als für alles andere hat er sich dafür entschieden zu verstehen. Alles zu verstehen. Und deswegen ist er es auch, der nach Frank Sinatra und Richard Ashcroft ein Song namens New York geschrieben hat und ihn singt, und zwar so wie es keiner je getan hat.Es ist kein Song gegen Amerika, es ist kein Song gegen Antiamerikanismus, es ist ein Song für für für... für Liebe, für den Moment und für das Verstehen. New York ist keine Hymne an eine Stadt, es ist einfach nur das allerschönste Liebeslied. Es ist fast so als hätte es eine Millionen schlechte und peinliche Liebeslieder nie gegeben. Von sich überzeugt singt Uhlmann Man fühlt sich als habe man die Liebe erfunden und ich frage mich wie sich jemand fühlen muss dem so etwas eingefallen/aufgefallen ist. Eine Reise durch sich selbst, eine Reise um die Welt!Würde sich die Hochkultur für Popmusik interessieren, Tomte wäre ihr Steckenpferd. Weil Uhlmann sich die Themen zurück erobert. Er geht hin und bricht alles auf die Essenz herunter: Die Liebe, Das Leben, Die Welt.Und die Musik? Um ehrlich zu sein gibt es keine andere Band, keine andere Stimme die das in einem auslösen kann was beim hören von Tomte Songs in und mit einem passiert. Diese Band bewirkt in einem eine Mischung aus Euphorie und unglaublicher Berührtheit. Man fühlt sich viel mehr als nur berührt, man fühlt sich endlich mal wieder richtig ergriffen und gepackt. Die Musik, sie schleudert einen gegen die nächste Wand und man denkt noch Hach, ist das schön. Das tut gut, das war schon lange mal nötig. Danke! um danach erst mal erleichtert auszuatmen...Hören sie auch wie diese Band auf internationalem Niveau mitspielt? Wie Swen Meyer - einmal mehr - eine Produktion hinlegt, an der man sich in den nächsten Jahren messen wird müssen? Uhlmanns Stimme klingt ungewohnt jung. Und mal wieder klingt sie zwar rein aber doch gezeichnet und rauh. Vielleicht ein bisschen wie Schweizer Alpen-Quellwasser, Jahrhunderte altes, klares Felsfiltrat, das auf dem Weg ins Tal viele kleine Kieselsteine mit sich trägt.Doch Schluss mit zwanghaften Metaphern oder Vergleichen. Denn schon kommt der nächste Refrain, er macht dir den großen, den ganz großen Hof: Könnten wir gehen vom Süden des Landes bis zum Norden der Welt um zu sehen was der Stand ist, ich werde dich wieder sehen weil ich es will. Und wir singen ein Lied das uns begeleitet, ein kleines Licht das durch die Dunkelheit leitet. Ich werde dein Schatten sein wohin du auch gehst.Und ich nehme den Song beim Wort. Ich nehme ihn, die ganze Band und das Album mit. Mit in mein Leben. (Simon Raß 2005)
Das, was man hat, verschenkenVon Christoph KochEs ist schwierig, die Qualität einer Band an ihrer Herzensgüte zu messen. Nett sind viele. Aber Tomte sind die einzigen, die ich kenne, die ihre Freigetränke mit beiden Händen an Freunde verschenken, die gekommen sind, um sie spielen zu sehen. Die dafür auch einen immer noch überfüllten Konzertraum mehrmals durchqueren. Und einem dann, wenn der Kopf zu schwer ist, um noch irgendwohin zu kommen (geschweige denn nach Hause) den ausgemergelten Arm um die Schulter legen und ein Nachtlager anbieten. Und am nächsten Tag einen Platz im Bandbus. Tomte das sind Thees, Olli, Dennis und Timo verschenken sich, verschwenden sich mit allem was sie tun. Mit aufgehaltenen Armen gehen sie dahin, wo es weh tut, wo Heilung und Zuspruch gebraucht wird. Dabei sagen sie dann Sachen wie Es liegt alles offen vor dir und schwören, durchzuhalten.Du wirst Tage verbringen, an denen Zähne nicht knirschen.Es ist 2003. Die Party ist vorbei. Jeder hat mittlerweile einen guten Freund, der gefeuert wurde. Immer mehr Menschen bekommen inzwischen diese Briefe von ihrer Bank, in denen etwas steht von über den gemeinsam vereinbarten Kreditrahmen hinaus und vieles lässt sich in einem einfachen Gespräch klären.In diese unschöne Zeit hinein haben Tomte zusammen mit ihrem Produzenten Swen Meyer eine Platte aufgenommen, die Bestand haben wird. Sie wird Menschen berühren und glücklich machen, wie es das vor Jahren das erste Tocotronic-Album getan hat oder die letzte Viertelstunde von Absolute Giganten oder Judith Hermanns Buch Sommerhaus, später. Denn sie macht Mut, sie spendet Trost, sie lehrt, das Leben zu lieben. Die Produktion, Vermarktung und Präsentation des Albums treten Tomte dabei nicht an einen seelenlosen Plattenkonzern ab, der in seiner übrigen Zeit schnelldrehende Fetenhits auf den Markt wirft, sondern nehmen sie mit ihrem eigenen Label Grand Hotel Van Cleef (vgl. Kettcar) selbst in die Hand. Coldplay und Embrace dürften die einzigen Bands sein, denen es ähnlich gut gelingt, grenzenlose Traurigkeit und euphorisierende Hoffnung zu verbinden. Frei von der Dummheit eiserner Kreuze auf Plattencovern. Frei von ironischer Abgebrühtheit.Wie gut die Zeit mit dir verrinnt, die uns bleibt, bis wir gehen. Lass mich vor dir sterben.Ähnlich dem letzten Tomte-Album Eine sonnige Nacht dreht es auch diesmal um den Themenkomplex in Würde älter werden. Dabei geht Hinter all diesen Fenstern sogar noch ein Stück weiter, nämlich auf die Suche nach grenzenloser Ruhe und Frieden. Es geht um die Liebe zu den Menschen und darum, diese zuzugeben und zuzulassen. Es geht um Schlaflosigkeit, um Träume und häufig auch um den Tod einer geliebter Person. Um den rührenden Wunsch, sein Leben für jemanden hingeben zu können. Hinter all diesen Fenstern ist der Soundtrack für eine Generation, die sich nach Ruhe sehnt, aber gleichzeitig vor nichts so viel Angst hat. Die sich täglich durch Krach und Schmutz und Staub kämpfen muss, auf der Suche nach einer Atempause, einem Schoß zum Ruhen oder Zauberberg-esken Liegekuren und dabei trotzdem stets befürchten muss, etwas zu verpassen...Von Elton John wird die Geschichte kolportiert, dass er einmal von einem Album einer Band, die ihm wichtig war, 100 Exemplare kaufte und jedem, den er wertschätzte, eine Kopie schenkte. Ich werde es ihm mit Hinter all diesen Fenstern gleich tun. Es wird nicht für 100 Exemplare reichen, denn es ist 2003 und die Party ist vorbei. Der Brief von der Bank ist heute morgen gekommen.